Anhänger und Gegner des Papstes

Es gibt „blinde Flecken“ sowohl bei den Anhängern als auch bei den Kritikern des Papstes.

Was erstere betrifft, würde ich sagen, daß die Anhänger dazu neigen, die Widersprüche dieses Pontifikats zu ignorieren, die mangelnde Übereinstimmung mit dem Lehramt, eine diktatorische Methode der päpstlichen Herrschaft und eine allgemeine Schwächung und Untergrabung der päpstlichen Autorität, einschließlich der moralischen Autorität – eine Tendenz, die viele von diesen wahrscheinlich sogar begrüßen.

Unter seinen Kritikern gibt es die Tendenz, Gottes Hand nicht durch das Chaos wirken zu sehen. Ob absichtlich oder nicht, dieses Pontifikat war eine Zeit großer Offenbarung, in der ein Großteil der Korruption der letzten 60 Jahre, sei es in bezug auf lehrmäßige Angelegenheiten, sexuellen Mißbrauch oder finanzielle Verfehlungen, an die Oberfläche gekommen ist und so richtig angegangen und ausgerottet werden kann. Es ist unwahrscheinlich, daß dies jemals unter den Pontifikaten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. in solchem Maße geschehen wäre.

(Edward Pentin. Einblicke in das vatikanische Innenleben. Interview. Kirchliche Umschau 10/2020)

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